Die nächsten Tage kehrt etwas Ruhe ein (10.10-16.10.2015)

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten
Letzter Blick auf den Mt.Meru
Letzter Blick auf den Mt.Meru

Hatte ich bis jetzt so ziemlich jeden Tag mal einen Programmpunkt, kehrt nach den anstrengenden letzten Tagen das erste Mal so was wie Ruhe ein. Ich bin auch ganz froh drüber. Auch wenn mein Körper nach dem Mount Meru mehr zu kämpfen hatte als durch die Kilimanjaro-Tour ist es Zeit auch alles mal sacken und auf sich einwirken zu lassen. Die letzten Wochen waren doch gespickt mit sehr vielen Ereignissen, wo das eine Event mehr oder weniger das andere gejagt hat.

So verkrümle ich mich erst mal fast den ganzen Tag in meinem Hotelzimmer. Endlich mal was Zeit für mich, ein bisschen Zeit zum Lesen, schlafen, die Seele baumeln lassen. Mit Nickson gehe ich dann noch mal die Tage in die Stadt und lasse mir ein tolles Bild aus einem Foto malen, von einem lokalen Künstler. Für mich ein tolles und vor allem individuelles Erinnerungsstück. Außerdem stehen auch noch das Schreiben von Postkarten an und ein Museumsbesuch über die Geschichte von Tansania.

Besuch eines kleinen Wasserfalls und ich lerne Pauls Familie kennen

Wasserfall in der Nähe vom Kili
Wasserfall in der Nähe vom Kili

Oh und nicht zu vergessen, war ich auch noch an einem kleinen Wasserfall, der durch das Gletscherwasser vom Kili entstehen. Zuvor gehen wir aber noch zum Eingang der Coca-Cola Route des Kilis, weil Paul hier noch was erledigen muss. Gibt mir noch die Gelegenheit Fotos von der Gedenktafel des ersten Europäers bzw. sogar ersten Menschen, der die Spitze erreicht hat, zu machen. Hans Meyer schaffte dieses Kunststück 1889. Aufgrund der schlechten Wetterlage besuchen wir danach einen anderen Wasserfall als geplant. Wäre aber laut Aussagen der anderen sonst zu gefährlich gewesen.

Es ist ein kurzer Stopp, bevor es noch etwas weitergeht und ich die Frau und die jüngste Tochter von Paul kennenlerne. Wir wollen der Schwester von Pauls Frau noch einen Besuch im Krankenhaus abstatten. Die kleine Tochter ist am Anfang noch etwas schüchtern wegen meines Besuches, taut dann aber langsam immer ein bisschen mehr auf. Der Besuch im Krankenhaus ist dann irgendwie etwas bedrückend. Klar waren keine Zustände wie in Deutschland zu erwarten, aber irgendwo nimmt es einendoch ein bisschen mit, wenn man sieht, wie die Patienten hier untergebracht werden. Ein Rollstuhl z.B. hatte anstelle des normalen Sitzes einen Plastikgartenstuhl zwischen den Rädern. Die Patienten waren in 8 bis 12 Personen Zimmern untergebracht, so dass eigentlich nie Ruhe herrschte. Auch die Hygiene ist mit unserem Standard nicht zu vergleichen. So flogen zahlreiche Fliegen, um die Patienten rum.

Ich bin sowieso ja nicht gerne in Krankenhäusern, wer ist das schon, aber hier wird einem doch noch mal ein bisschen anders und ich bin froh, als wir wieder gehen können. Das Gesehene macht mich doch etwas nachdenklich und in mir fängt es an zu rattern, was man vielleicht für die Menschen hier Gutes tun kann. Ich werde mir auf jeden Fall was überlegen. Dann treten wir die Reise zurück nach Arusha an. Ein letztes Mal heißt es an dem Tag darauf einen Blick auf die Berge werfen und sich heimlich, still und leise von ihnen zu verabschieden. Es war eine große Herausforderung, die ich bewältigen konnte, was mich ein Stück weit auch sehr stolz macht.

Zurück nach Dar es Salaam – jetzt finde ich auch mal Zeit die Stadt zu erkunden

Am 14.10 mache ich mich mit Paul auf den Weg nach Dar es Salaam. Hier verbringe ich meine letzten Tage in Tansania. Danach geht es mit der Fähre nach Sansibar. Die Busfahrt dauert wieder eine Ewigkeit. Ich glaube, diesmal bin ich noch länger unterwegs als bei der Hinfahrt. Wenigstens bezahle ich diesmal nicht den Mzungo-Preis. 🙂 Abends kommen wir dann in der Dunkelheit an und ich treffe Pauls Onkel. Dieser fährt mich noch zu meinem Hotel und nach dem ich mich frisch gemacht habe gibt es noch ein Abendessen und dann heißt es ab ins Bett.

Ankunft in Dar es Salaam
Ankunft in Dar es Salaam

Beim ersten Besuch in Dar es Salaam hatte ich ja nicht wirklich Gelegenheit die Stadt mir näher anzuschauen. Das wollte ich mit meinem zweiten Besuch ändern. So geht es dann auch am 15.10 Richtung Innenstadt und erst mal zum Fischmarkt. Puh was für ein Gestank, da heißt es gefälligst durch den Mund ein- und ausatmen. Die Fischer bieten hier alles an, was der Indische Ozean zu bieten hat, Thunfisch, Dorade, King Fish, Octopus und, und, und.

Ein bisschen an den Strand und ein Mini-Konflikt mit den Soldaten

Wenig davon entfernt ist ein kleiner Strandabschnitt und das „Weiße Haus“ von Tansania in der Barack Obama Straße. Ich mache auch ein Foto von einem Feuerwehrauto, das ich dann leider aber wieder löschen muss, denn auf dem Weg vom Strand sprechen uns drei uniformierte Soldaten mit Maschinengewehren an und verlangen, dass ich doch meine gemachten Fotos zeigen soll. Sie bitten mich höflich (also sie waren wirklich sehr nett) doch die zwei Bilder vom Feuerwehrauto zu löschen und keine weiteren Fotos in Richtung des Palastes zu machen. Natürlich komme ich der Bitte nach. Ärger will ich nicht machen und wie gesagt sie waren bewaffnet, was die Entscheidung sehr leicht macht und keine Diskussion aufkommen lies. Danach ging es zur Kirchenbesichtigung. Naja also ich habe sie zumindest von außen gesehen. Wegen Angst vor irgendwelchen Anschlägen sind die beiden Kirchen leider nicht geöffnet. Nur während eines Gottesdienstes hätte ich die Chance gehabt. Das Innere der St. Joseph Church und die Luther Church bleibt für mich ein Geheimnis. Genug für heute. Es geht zurück in mein Hotel.

Kariakoo Market – Die Einheimischen sind begeistert von meinem Bart 🙂

Am nächsten Morgen steht der Markt im Stadtteil Kariakoo an. Ein riesiger Markt auf der Straße, auf dem es wirklich alles zu kaufen gibt. Bevor wir in das Marktfeeling eintauchen, geht es aber erst mal in ein einheimisches Restaurant. Auf dem Markt herrscht reges treiben. Hier ist alles was dichter gedrängt und man muss auf seine Sachen ein bisschen mehr achtgeben als sonst. Es bleibt aber alles ganz harmlos. Einige Locals sind von meinem Bart ganz angetan und wollen ein Foto mit mir. Diesen Wunsch will ich ihnen nicht abschlagen. Auf dem Markt kaufe ich nur etwas Obst, da ich schon meine beiden Rucksäcke voll mit Souvenirs gepackt habe.

Ach und ein Hochzeitsgeschenk muss ja auch noch her, da ich am nächsten Tag mit auf eine Hochzeit kommen darf. Paul und ich entscheiden uns jeweils für ein Chitenge. Außerdem muss ich noch für Paul Modeberater spielen, da er nicht wirklich einen Anzug für die anstehende Hochzeit hatte. Mir beteuert er aber, dass ich auch recht „normal“ kommen kann. Ich krame meine Jeanshose, mein bestes, weil auch einziges, Hemd raus und reinige meine Schuhe zumindest ein bisschen. Dann „nur“ noch den Weg zurück ins Hotel, was sich nicht als so einfach erweist, da viele Leute in zu wenige Dalla Dalla wollen. Letztendlich nehmen wir ein Taxi und kommen in der Dunkelheit wieder in der Nähe meiner Unterkunft an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *