So es ist mal wieder an der Zeit was zu schreiben. Mittlerweile bin ich den dritten Tag in Livingstone, wobei ich am Montag eher spät angekommen bin. Doch zuvor hatte ich noch den Sonntag in Lusaka. Irgendwie hat man sich so schnell an die relaxte unaufgeregte Art hier gewöhnt, sodass selbst wenn man um 8 Uhr aufgestanden ist, erst so gegen 10 Uhr vielleicht aus dem Hostel kommt. Neben einem gemütlichen Frühstück ergeben sich irgendwie dann auch immer noch interessante Gespräche mit den Leuten aus dem Hostel oder einfach mit den Servicekräften, die man nach so kurzer Zeit schon ins Herz geschlossen hat. Schließlich ist man aber ja im Urlaub und hat somit verläuft alles nach dem Motto „Bloß keinen Stress“.
Auf dem Programm steht auf jeden Fall Tickets für die Busfahrt nach Livingstone zu besorgen und dem Sunday Market besuchen. Das Erste ist schnell erledigt und auch wenn die Leute hier versuchen mit allen Mitteln zu ihrem Stand zu locken, so steht meine Entscheidung fest, dass ich bei Mashandu Family Service buche. Diese wurden mir von vielen empfohlen mit den Worten „Nimm den blauen Bus“. Ein paar Minuten später und 120 Kwatcha ärmer, halte ich mein Ticket in der Hand. So jetzt nur mal schnell zur Ticketstelle vom TAZARA und schon mal ein paar Infos einholen für die große Überfahrt von Sambia und Tansania. Mit Ticket und zumindest ein paar wenigen Infos geht es dann zurück ins Hostel.
Sonntag ist Markttag – Treffen mit alten Bekannten
Anne und ich haben uns dann geeinigt um 15 Uhr Richtung Markt zu wandern, laut den Leuten die wir gefragt haben auch keine große Distanz. Mit dem Wissen, das der Weg ca. eine halbe Stunde dauern soll, ziehen wir also los und sind auch ca. 50 Minuten später am Markt. Was unsere Zeit für den Markt deutliche schmälerte, da wir vor dem Sonnenuntergang wieder im Hostel sein wollten und dieser geht hier wirklich sehr rasant. Als wir das Gelände des Marktes betreten, schallt uns ein „Hallo my friend“ entgegen. Inzwischen hat man das Gefühl, das man den halben Markt durch die Besuche im Kabwata Village schon kennt. Sei es Chuunga, Joseph und wie sie nicht alle heißen. Es sind einfach zu viele Namen und alle zu behalten. Auf dem Markt habe ich dann auch Dallas und Timeny kennengelernt, die aus dem gleichen Dorf stammen wie Chuunga und schon hatte ich eine Einladung in Ihr Dorf.
Vor lauter Gesprächen bin ich gar nicht erst dazugekommen, den ganzen Markt zu betrachten. Völlig crazy ist, dass viele der Leute untereinander verwandt sind, sprich man war gerade bei einem Shop und hat sich die Sachen zeigen lassen, da kommt der nächste an und der ist dann der Bruder, Onkel oder sonst was vom Vorgänger. In ein Gespräch vertieft kommt Anna an und drängt darauf, dass wir gehen müssen. Nach ein zwei kleinen Stopps können wir uns auch losreißen und gehen dem Sonnenuntergang entgegen. Trotz aller Erwartungen schaffen wir es dann auch noch vor Sonnenuntergang.
Den letzten Abend genießen – auf geht’s nach Livingstone
Auf der Veranda sitzend und ein bisschen relaxend kommt Hugo, ein Spanier, im Hostel an. Ein sehr cooler Typ. So sitzen wir noch bei Gitarren- und Ukulelenmusik bis halb zwölf ca. draußen. Um halb eins fallen dann auch endlich die Augen zu. Zuvor hatte ich mich noch ein bisschen mit Hugo auf dem Zimmer verquatscht. 7 Uhr reißt mich dann der Wecker aus dem Schlaf. Die Nacht war doch zu kurz und so komme ich nicht richtig in Fahrt. Doch mithilfe eines Taxis komme ich noch rechtzeitig zum Bus, der erstaunlicherweise mit nur wenig Verspätung den Bahnhof von Lusaka verlässt. Abschied von der Hauptstadt Sambias, doch sehr wahrscheinlich nur auf Zeit, da ich dort noch mal landen werde, vor meiner Abfahrt nach Tansania. Dann heißt es sieben Stunden fahrt hinter mich bringen. Auf der Fahrt schaffe ich es zumindest teilweise noch mal die Augen zu zumachen. Ansonsten bringt die Fahrt keine besonderen Highlights an den Tag.
Angekommen in Livingstone – ich bin jetzt wieder Mobil erreichbar
In Livingstone angekommen, geht es erst mal mit dem Taxi zum Hostel. Ich habe mich für das Jollyboys Backpackers entschieden. Verzweifelt versuche ich später eine vernünftige Internetverbindung herzustellen um T-Bag meinen Guide für die Falls zu erreichen. Irgendwann gelingt es mir auch. Leider zu spät, sodass ich doch für die Viktoriafälle bezahlen muss aber gut, dass ist es mir Wert. Abends treffe ich dann noch auf alte Bekannte von Lusaka, Calan und Mike aus London. So habe ich mit ihnen und einer Gruppe von Schotten, einem Südafrikaner und jemanden vom Hostel, den Abend mit ein paar Bierchen ausklingen lassen. Seit Dienstag bin ich dann auch endlich stolzer Besitzer einer Prepaidkarte und einer Sambischen Handynummer. 🙂
Naturschauspiel Viktoriafälle – trotz Trockenzeit ein Highlight meiner Reise
Um 10 Uhr geht dann der kostenlose Shuttle vom Hostel zu den Victoriafällen, wo man am Eingang schon direkt von Pavianen (Baboons) empfangen werden, die hier in Massen rumlaufen. An seinem Shop Treffe ich dann T-Bag. Die Tour kann beginnen. Als Erstes geht es zum Boiling Point. Hier sind die Ströme so, dass es aussieht, als würde das Wasser kochen. Wir erwischen einen guten Zeitpunkt, da hier noch kaum einer unterwegs ist. Vom Boiling Point geht es nach einem anstrengenden Aufstieg, ich bin jetzt schon klitsch nass, zum Panoramaausblick. Aufgrund der Dry Season strömt gerade recht wenig Wasser die Felsenklippen hinunter, trotzdem ist es teilweise echt imposant und hat auch den Vorteil, dass man nicht nass wird, im Gegensatz zu der Zeit, in der die Victoriafälle volles Wasser haben und man durch die Gischt, die aufgewirbelt wird, kaum etwas sieht.
Spaziergang oberhalb der Viktoriafälle
Einen weiteren Vorteil hat der niedrige Stand des Wassers, und zwar habe ich so die Möglichkeit auf der Upper Site des Victoriafalls lang zu laufen und durch den Sambesi zu gehen. Hier macht mein Portemonnaie auch Be
kanntschaft mit dem Wasser, als ich mal für einen kurzen Moment den sicher Stand verliere. Währenddessen brennt die Sonne unerbittlich auf meine Haut. Hier sind es auf jeden Fall ein paar Grad wärmer als in Lusaka. Nach ein paar weiteren Wasserüberquerungen kommen wir dann am Angels Pool an und hier heißt es erst mal erfrischen. Mit einem Sprung aus vielleicht 4 oder 5 Metern geht es ins kühle Nass. Man tut das gut und ist eine perfekte Abwechslung zu der Wanderung in der Sonne. Nach ein paar Runden im Pool geht es dann zurück und noch auf die Brücke, die Sambia mit Simbabwe verbindet. Hier können sich Wagemutige einem Bungeesprung, Swing oder einfach nur mit einem Cable Slide stellen. Ich überlasse die Aktivitäten eher den Anderen. 😉
Besuch des Makuni Village
Jetzt heißt es erst mal bye bye Falls und ab ins Dorf von T-Bag, Dallas, Chuunga und und und. Makuni Village ist ein größeres Dorf, als ich gedacht habe und es leben 7.000 Leute zurzeit hier. T-Bag zeigt mir u.a die Workshops des Dorfes, den Palast vom Chief von außen, da dieser gerade geschäftlich unterwegs war, und stellt mich vielen netten Leuten vor, so lerne ich z.B. die Frau von Dallas kennen. Ich komme auch in den Genuss des selbstgebrauten Bieres. Kein Vergleich zu den Bieren, die man aus Deutschland oder sonst wo her kennt. Es ist eine weiße Maße, die dann noch durch die Hitze aufgewärmt war und sag wir es mal sehr interessant schmeckte. Durch die höhere Zahl der Umdrehungen blieb es dann auch nur bei einem Bier. Der Aufenthalt dauert ca. 1,5 bis 2 Stunden.
Sonnenuntergang an den Victoriafällen – Elefanten inklusive
Jetzt mussten wir uns beeilen, denn wir wollten noch mal zurück zu den Falls, um den Sonnenuntergang mitzubekommen aber vor allem, um ein paar Elefanten zusehen. Und wir kommen gerade rechtzeitig an, denn die Elefanten waren schon da, um ihren Übergang zu machen. Insgesamt sind wir in den Genuss von 3 großen und einem kleinen Elefanten gekommen. Gerade deshalb mussten wir auch aufpassen, weil die Elefanten bei ihrem Nachwuchs keinen Spaß kennen. Alles aus sicherer Entfernung und von Gittern mehr oder weniger gut geschützt, ziehen die Elefanten an uns vorbei. Die Chance, um noch mal schnell in den Park zu gehen und ein paar Schnappschüsse vom Sonnenuntergang zu machen. Einfach genial (Bilder folgen). Dann heißt es auf einmal schnell zurückziehen, da die Elefanten immer näherkommen. Am Ende sind wir vielleicht 30 Meter von den imposanten Tieren entfernt. Den Abend lassen wir dann mit zwei anderen Deutschen aus meinem Hostel beim Café Zambesi ausklingen. Dann heißt es sich von T-Bag zu verabschieden. Was für ein überragender Tag.
Damit verabschiede ich mich mal wieder für ein paar Tage. Der nächste Artikel ist auch schon geschrieben und kommt dann bald. Fotos müssen noch was warten. Den ersten Tag nach langer Zeit wieder Internet und ich weiß nicht wie es morgen nach meiner Weiterreise aussieht.