Einen Stempel in meinen Reisepass und die Ausreise ist perfekt. Ein weiterer Stempel auf mein Visum vom Tansania und schon bin ich im neuen Reiseland angekommen. Hier müssen wir dann auch erst mal Geldwechseln, da im Zug jetzt keine Kwatcha mehr akzeptiert werden, sondern nur noch Tansanische Schilling (TSH). Der Wechselkurs war sicher alles andere als gut aber wir hatten ja keine Wahl. Uns wurden schön die Scheine mit dem Wert von 5.000 bzw. 10.000 TSH in die Hand gedrückt. Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten, wie schlecht wir mit diesen Scheinen bezahlen können und dabei war es noch nicht mal viel Geld. 5.000 Schilling sind umgerechnet ca. 2,5$. Für unser erstes Essen in Tansania, dass 3.500 TSH kostete, bekamen wir am Ende sogar einen Gutschein ausgehändigt, da sie uns kein Wechselgeld geben konnten.
Die Landschaft wird grüner in Tansania
Die Landschaft wird mit der Ankunft in Tansania schlagartig schöner und hat mehr zu bieten. Irgendwie ist es hier noch was grüner und wesentlich mehr Berge erstrecken sich jetzt entlang der Strecke. Eins ändert sich aber nicht, die Kinder kommen angerannt, um den Zug zu sehen und den Leuten zu zuwinken. Dann erreichen wir Mbeya, ein Ort, an dem wir noch länger verweilen durften. Lagen wir bis dahin nicht wirklich weit hinter unserem Zeitplan zurück, sollte sich das nun ändern.
Geduld ist gefragt – Langer Aufenthalt an einem Bahnhof
Wir verbrachten auf jeden Fall einige Stunden auf dem Bahnhof, bis es dann in der Nacht irgendwann weiterging. Den genauen Grund für unseren langen Aufenthalt werde ich wohl nie erfahren. Vermutet wurde ein Defekt an der Lok, der behoben werden musste oder aber auch das die Lok mit Waggons wieder aufgestockt wurde, nachdem der Zug zwischenzeitlich verkürzt wurde beim Grenzübergang. Eine Information oder Durchsage gab es auf jeden Fall nicht, so wie während der ganzen Zugfahrt. Bei unseren Halten wurde Philip immer mehr zum Bananenhändler, der Bananen bei den Einheimischen kaufte, um sie dann an die Kinder weiterzugeben.Da konnte ich manchmal mit meinen Stiften nicht mithalten, die ich extra für die Fahrt mitgeschleppt hatte. Bekämpfen des Hungers war dann doch wesentlich interessanter als so mancher Stift.
Ich kann schon die ersten Wörter Suaheli
Ab und zu werden wir jetzt auch mal von Einheimischen angesprochen und ausgefragt, mit denen wir dann auch ein Foto machen durften. Hier bekommen wir auch die ersten Wörter, wie Rafiki (Freund) oder Nasi (Kokosnuss) beigebracht. Am Rande der Strecke sehen wir jetzt auch immer mal wieder die ersten Massai, die Ureinwohner, die teilweise noch nach alten Traditionen in ihren Dörfern leben. Der Weg nach Dar es Salaam führt uns auch durch einen Nationalpark. Mittlerweile haben wir realisiert, dass die Ankunft wohl spät abends sein wird, mit einer Verspätung von 10-11 Stunden. Im Vorbeifahren entdecken wir ein paar afrikanische Büffel, Giraffen, Affen und Impalas. Es heißt einen letzten Sonnenuntergang im Zug mitnehmen, eine letzte Mahlzeit einnehmen und dann dem Zugleben Lebewohl sagen. Es war eine tolle Erfahrung mit dem Zug den Weg zu bestreiten und ich würde es wohl wieder machen, auch wenn man eine Ewigkeit unterwegs ist.
Ankunft in Dar Es Salaam
Die Taxifahrer warten schon auf unsere Ankunft am Bahnsteig. Philip hatte von seinem Bruder gehört, dass es sich wohl nicht um die freundlichsten Personen handelt, was sich leider ein bisschen bestätigen sollte, da unser Taxifahrer uns anscheinend auch nicht richtig zuhörte bzw. nicht verstehen wollte. Wir folgten einfach zwei deutschen Mädels in ein Hotel, da wir aufgrund der unsicheren Ankunftszeit keine Unterkunft gebucht hatten.
Nach unserer Ankunft ging dann die Diskussion um den Preis los, da der andere Taxifahrer, wir mussten mit zwei Taxis fahren, weniger als vereinbart einkassiert hatte, weil der Weg doch kürzer war als gedacht. Wir wollten für die gleiche Strecke, dann natürlich auch nicht mehr bezahlen und haben dann letztendlich auch nur 20.000 TSH statt 25.000 TSH bezahlt, was nicht gerade auf Begeisterung stieß. Die beiden Taxifahrer hatten auf jeden Fall noch eine angeregte Diskussion untereinander, was uns aber egal war. Wir wollten einfach nur eine Dusche und ein Bett sehen. Also hieß es rein ins Holiday Hotel und schauen, ob sie noch ein Zimmer freihatten. Das Motto „Service with a smile“ konnten ich jetzt nicht ganz so bestätigen aber wenigstens waren die Zimmer sauber und es wahr ja auch nur für eine Nacht.
Luxus pur beim Frühstück uns wie wir später übers Ohr gehauen wurden
Am nächsten Morgen haben wir es uns dann bei einem Frühstücksbüffet für 8$ im Holiday Inn gut gehen lassen. Der Luxus musste einfach mal sein. Nach dem Frühstück ging es dann für Philip und mich weiter zur Ubungo Bus Station. Hier wollten wir uns Tickets für die Fahrt nach Moshi bzw. Arusha besorgen. Wir haben dann den Preis für die Weißen bezahlt, wie ich später erfahren durfte von zwei Jungs, die ich am Abend kennengelernt habe und die ein Jahr Freiwilligenarbeit in Tansania verrichteten. Da unser Bus um 7 Uhr morgens ging, habe ich mich direkt entschieden, in der Nähe der Busstation ein Zimmer zu nehmen.
Der lange Weg nach Arusha und das erste Treffen mit Paul
Pünktlich um 6:30 Uhr bin ich dann auch am Busbahnhof und wir nehmen unseren überteuerten Bus. Da im empfohlenen Dar Express kein Platz mehr war, musste ich die Reise mit Lim Safaris antreten. Eine Reise, die dann statt 9 Stunden geschlagene 13 Stunden dauerte. Zum Überfluss kam noch hinzu, dass ich kein Guthaben mehr auf dem Handy hatte und so mit Paul, meinem Guide für die Berge nicht wirklich gut kommunizieren konnte. Es hat aber Gott sei Dank doch alles gepasst und so konnte ich ihm dann persönlich Hallo sagen. Nach einem Abendessen und einer ewigen Geldabheberei (das erste Mal in meinem Leben, war ich Millionär :-)), da mir Paul nicht erzählt hatte, dass ich die Safari in bar zahlen sollte, fiel ich dann müde ins Bett. Anders als geplant sollte es am nächsten Tag früh mit der Safari losgehen und die Bergtouren dann erst im Anschluss gemacht werden.
Dazu gibt es dann aber mehr im neuen Bericht.