Mit der Spice Tour habe ich die letzte Tour mit den Projektleuten unternommen. Jetzt heißt es noch die letzten Arbeitstage genießen und dann ist auch schon wieder ein Monat rum. Es ging so schnell und ich wünschte, ich hätte noch mehr Zeit hier verbringen können.
Doch bevor es soweit ist, heißt es noch mal arbeitsmäßig ranklotzen. Wir vollenden das Projekt mit der Müllstation, dass vor meiner Zeit angefangen wurde. Zur Beendigung mussten wir noch den alten Müllplatz reinigen und den Müll in die neue Station verfrachten. Ein Job der jetzt nicht zu den schönsten Aufgaben gehörte aber er musste schließlich gemacht werden. Nach einigen regnerischen Tagen hat sich die Sonne auch noch mal überlegt richtig aufzudrehen und die Temperaturen nach oben schießen zu lassen, was die Arbeit nicht gerade erleichtert hat. Es ging dann am Ende doch relativ schnell, da diesmal auch alle angepackt haben, wenn auch nicht immer ganz ohne murren.
Außerdem hatten wir in der letzten Zeit dann auch noch einen eher traurigen Wasserwechsel. Wir waren mal wieder eher wenig Leute und es war vielleicht auch etwas zu warm. Auf jeden Fall ging der Wasserwechsel für einige Schildkröten nicht schnell genug und wir haben an die 5 Schildkröten verloren, wenn ich mich richtig erinnere. Irgendwie ging es mir doch dann recht nahe und man hat sich ein paar Vorwürfe gemacht. Warum haben wir den Wechsel zu dieser Zeit gemacht und nicht später? Was wäre gewesen, wenn mehr angepackt hätten? Das half natürlich nichts mehr und brachte die Schildkröten auch nicht mehr zurück. Es galt, es für das nächste Mal es besser zu machen, damit so etwas nicht noch mal vorkommt. Schließlich wollen wir ja möglichst viele Schildkröten retten, damit diese tolle Tierart weiterhin Bestand haben kann.
Die letzten Tage habe ich auch genutzt um noch mal ein paar Fotos zu machen, wie ich die Schildkröten aus dem Wasser hole, beim Wasserwechsel oder auch beim Putzen der großen Schildis. Man merkte so langsam immer mehr, dass es dem Ende zu ging. Ein Projekt wollte ich aber auf jeden Fall noch etwas vorantreiben, wenn ich es auch nicht ganz fertig bekommen habe. Dies war die Tische mit Spielen zu bemalen, um die freie Zeit sinnvoll zu nutzen und eine Abwechslung zu Strand, Karten spielen und lesen zu haben. So schaffe ich es zumindest Schach und „Mensch Ärger Dich Nicht“ auf die Tische zu zaubern. Eine Arbeit die mehr Zeit in Anspruch genommen hat, als ich gedacht hätte. In der Sonne konnte ich dann aber noch mal ein bisschen Sonne an meine Haut lassen, um diese zu bräunen.
Ein super Erlebnis meiner letzten Tage war auch noch der Besuch einer Schule in Kidoti. Dieses Dorf war einige Kilometer von Nungwi entfernt und so machten sich Vio, Lina, Nadine und unsere beiden Schwedinnen mit dem Bus auf, um die Schule zu besuchen. Lina und Nadine hatten die Schule zumindest zuvor schon mal besucht. Im Gepäck hatten wir Stifte, Kreide, Schulhefte und Süßigkeiten, die wir zuvor in Nungwi über die Tage gekauft hatten. An der Bushaltestelle wurden wir dann auch schon von einigen älteren Schülern und Organisatoren des Projekts in Empfang genommen. Die anderen Schüler/innen warteten auch schon sehr gespannt vor der Schule auf unsere Ankunft. Unser erster Weg führte uns dann erst mal ins Büro, wo wir die Übergabe der Schulmaterialien durchführten. Dann gab es eine kleine Erfrischung für uns in Form von Kokosnussmilch und Früchten. Nach dem alle Formalitäten geklärt waren und wir noch für ein Gruppenfoto posiert hatten, ging es dann in die Klassenräume. Nia (hoffe der Name ist richtig so), Vio und ich gingen zu den etwas älteren Schülern, die ihren Englischunterricht aber erst seit einem Monat gestartet hatten. Hier durften sie uns dann Fragen stellen. Wir waren auf so Fragen, wie „Was macht ihr zu Hause beruflich?“, „Wo kommt ihr her?“ usw. gefasst aber es kam dann ganz anders. Die Schüler waren eher daran interessiert, wie wir ihnen weiterhelfen konnten und wie wir zu unseren Englischkenntnissen gekommen sind. Das war natürlich nicht ganz so einfach für uns zu beantworten, da die meisten von uns nicht mehr lange Zeit in Sansibar hatten, so auch ich, und außerdem wir ja mit unserem Projekt auch zu tun hatten. Wir versuchten die Fragen natürlich trotzdem so gut wie möglich zu beantworten und wollen einen Kontakt zu unserer Organisation herstellen, über die wir das Schildkrötenprojekt gebucht haben, damit sie zukünftig mehr Volunteers für ihr Projekt gewinnen können. Ich hoffe es klappt und der Englisch Unterricht kann so stetig weiterentwickelt werden. Nach der Fragestunde ging es dann in den Innenhof, wo die Kinder einstudierte Lieder für uns noch gesungen haben. Außerdem mussten wir ja noch die S
üßigkeiten an die Kinder verteilen. Das war der pure Wahnsinn. Man war quasi umzingelt von Kindern, die einem die Bonbons förmlich aus der Hand gerissen haben. Man hat nicht wirklich eine Chance gegen so einen Ansturm. Dann war es auch wieder Zeit den Kindern Lebewohl zusagen. Es war aber eine tolle Erfahrung und ich hoffe, die Kinder machen ihren Weg und landen nicht hoffnungslos auf der Straße.
Irgendwie fällt mir nach und nach beim schreiben immer noch mehr ein, was ich in den letzten Tagen erlebt habe. Wozu so ein Blog doch gut sein kann, auch für mich. 😉 Wir haben nämlich auch durch das Dorf eine Wasserleitung verlegt, damit das Aquarium stetig fließend Wasser hat, da zuvor die Häuser mit Wasser aus riesigen Tanks versorgt wurden. Wer jetzt denkt, dass das Verlegen der Wasserleitung so abläuft wie bei uns, liegt kräftig daneben. Hier muss vorher keine Genehmigung vom Bauamt eingeholt werden oder Straßen groß aufgerissen werden. Hier wird alles mit Manpower, Spitzhacke und Spaten erledigt. Außerdem wird einfach die nächste Wasserverteilerstelle im Dorf mit einem dicken Schlauch angezapft. Wie das letztendlich mit der Abrechnung vom Wasser läuft und wie legal die ganze Sache war, kann ich nicht wirklich beurteilen. Es hat sich zumindest keiner beschwert. 🙂 Die Arbeit war auf jeden Fall sehr anstrengend und schweißtreibend. Die Hitze tat ihr Übriges dazu und so waren wir recht froh, als wir fertig waren mit der Arbeit und auch alles nach Plan funktioniert hat. 2-3 Blasen erinnern mich fürs Erste an die Arbeit für die nächste Zeit. Wann macht man so etwas aber schon mal? Die wenigsten können wohl „hier“ schreien.
Zu dem habe ich auch bei einem Freundschaftsspiel teilgenommen. Das Aquarium hatte die Security-Leute von einem Hotel aus dem Dorf herausgefordert. Mit der Annahme, dass die meisten ohne Schuhe spielen würden, ging ich ohne Schuhe zum Fußballplatz. Wirklich Treter hatte ich ja eh nicht dabei. Zu meinem Erstaunen war ich von den zweiundzwanzig Akteuren, die starteten, der einzige Spieler ohne Schuhe (außer mir war nur noch einer ohne Schuhe später dabei). Ich musste ungewohnt auf Linksaußen ran und musste mich erst mal an die Platzverhältnisse gewöhnen. Wir spielten zwar auf einem „Rasenplatz“ doch war der voll mit Steinen und teilweise auch mit Löchern, sodass man immer schauen musste, wo man gerade hinrennt. Die erste Halbzeit war recht ereignisarm und so ging es 0:0 in die Pause. Die Platzverhältnisse in der zweiten Halbzeit waren auf meiner Seite noch schlechter als in der Ersten und so wurde ich Gott sei Dank nach gut 60 Minuten ca. ausgewechselt (zumindest bekam ich für meine Leistung großes Lob am Ende). Das Spiel wurde in der zweiten Halbzeit insgesamt besser, aber in Tor wollte über die 90 Minuten nicht fallen, was teilweise am Versagen der Stürmer lag aber andererseits auch an den guten Paraden, gerade von unserem Keeper. So habe ich zumindest auch mal selber ein Fußballspiel auf afrikanischen Boden erlebt, und zwar mittendrin. Es hat sehr viel Spaß gemacht, nächstes Mal dann vielleicht mit Schuhen.
Am vorletzten Tag (22.11) ging es dann noch mal mit ein paar Leuten zu einem letzten Abendessen. Wir gingen in ein Restaurant, in dem ich auch mit Markus, dem Taucher aus Berlin, war. Dort hatte es am Vortag sehr gut geschmeckt und das Essen wurde auch recht schnell serviert. Von schnell konnten wir in diesem Fall aber leider nicht sprechen. Uns wurde noch mal aufgezeigt, was das afrikanische „Pole, pole“ heißt, denn wir mussten 2 Stunden auf unser Essen warten. In Deutschland ein Ding der Unmöglichkeit. In Afrika nimmt man es hin, wenn auch mit etwas murren zugegeben. Der Fischkebab war auf jeden Fall sehr lecker und trotz langer Wartezeit war es ein schöner Abschlussabend. Am nächsten Tag hieß es nach einer letzten Runde durch das Aquarium Abschied nehmen von den ganzen Leuten und vor allem auch von den Schildkröten. Eine Zeit, die ich nicht vergessen werde. Ich habe einige tolle Menschen kennengelernt und die Arbeit selber hat auch sehr viel Spaß gemacht und man hat auch eine Menge dazugelernt über die Meeresbewohner. Um 15 Uhr hat mich dann das Taxi abgeholt. Schluss! Aus! Vorbei! Das Schildkrötenprojekt ist arbeitsmäßig zu Ende. Lebt aber in meinem Herzen und meinen Gedanken weiter.