Tag 3 ist von der Länge der Strecke wieder etwas kürzer. Wir legen „nur“ 15-18 km zurück. Das liegt daran, dass heute eine 2-3 stündige Walking Safari anliegt. Wir dürfen auch ein bisschen ausschlafen, da das Frühstück erst für um 7 angesetzt ist. Nach einer kurzen Fahrt mit dem Kanu haben wir den Ort erreicht, wo wir unsere Walking-Safari starten. Unseren Weg kreuzen zuerst ein paar Paviane, Impalas und Wasserböcke. Richtig nahekommen wir den Tieren aber nicht, da sie doch recht scheu sind und auch wenn wir uns bemühen sehr leise und langsam durch die Landschaft zu wandern, so bleiben wir immer in ständiger Beobachtung. Erneut sehen wir eine große Herde an Wasserbüffeln, bestimmt an die 30 Stück, an die wir uns erfolgreich näher anpirschen können. Wir verfolgen sie ein gutes Stück, bis wir rechts von uns im dichten Wald Elefanten entdecken. Es ist wohl besser sich ein bisschen zurückzuziehen, weil man nie weiß, wie die Elefanten auf einen reagieren. Auf der Insel hören wir auch den König der Löwen. Zeigen will er sich aber leider nicht, obwohl ich sagen muss, dass ich ihn wohl auch lieber aus dem Kanu heraus in sicherer Entfernung gesehen hätte.
Was für eine Landschaft
Die Landschaft ist einfach traumhaft, so stellt man sich Afrika vor. Wir wandern zu einer grünen Savanne mit Wasserstelle, die uns ein wirklich atemberaubendes Panorama liefert. Nach dem Spaziergang auf der Insel steht die Mittagspause an und danach haben wir sogar Zeit für ein kleines Nickerchen, das ganz gelegen kommt. In der Pause spielt auch ein Vogel mit uns, der immer wieder über unseren Köpfen kreist wir ihn aber nicht wirklich eingefangen bekommen mit der Kamera. Da müssen wir uns schon mit übrig gebliebenen Essen aushelfen, um ihn näher an uns heranzulocken.
Wieder im Boot
Danach geht es wieder ab in die Boote. Vorbei an Wasserböcken, Elefanten, Krokodilen und Flusspferden. Wir knacken heute vermutlich die 500er Marke an Flusspferden. Zwei der Flusspferde reißen ihr ganz schön weit auf aber es scheint so zu sein, dass sie das nur machen, wenn ich mit der Kamera nicht zu stelle bin. Auf der Insel, wo wir unser Camp aufschlagen, entdecken wir einige Fußspuren von Vögeln. Klingt jetzt wenig spektakulär, doch diese haben das Ausmaß meiner Füße und ich habe immerhin Schuhgröße 45/46. Der Sonnenuntergang kann sich einmal mehr sehen lass und es ziehen einige Vögel an den Bergen um uns herum vorbei, so dass ich hoffentlich das ein oder anderen schönen Foto machen konnte. Was auffällig ist, dass der Mond immer nur für ein paar Stunden erscheint, wenn es dunkel ist und dann nicht mehr zu sehen ist. Habe ich auch so noch nie erlebt.
Die längste Tagesetappe liegt vor uns
Tag 4 starte mit einem Frühstück um 6:30 Uhr. Heute haben wir die längste Etappe auf dem Programm. 42km werden wir insgesamt an diesem Tag zurücklegen, ein echtes Mammutprogramm. Auf der einen Seite sind wir froh, dass der Fluss etwas ruhiger geworden ist, was daran liegt, dass kaum noch ein Wind weht, doch jetzt bekommen wir auch die Hitze so richtig zu spüren. Da Flusspferde unseren normalen Weg versperren, müssen wir eine kleine Alternativroute wählen, da es zu gefährlich gewesen wäre, durch die Barriere durchzubrechen. Das Ganze hat aber auch den Vorteil, dass wir dadurch auf ein Herde Wasserbüffel treffen und auch einen zurzeit sehr einsamen alten Elefanten. Unser Guide schätzt ihn auf 70-80 Jahre. Bedenkt man, dass Elefanten so um die 100 Jahre alt werden, hat er also schon einiges erlebt.
Ab durch die Mitte – Vorbei an einer Herde Elefanten und Flusspferden
Dann geht es wieder an zahlreichen Hippos vorbei, sowie einer „kleinen Insel“ (hat den Namen Insel eigentlich nicht verdient) voll mit 30-40 Vögeln. Bevor es wieder Zeit für ein wenig Aktion ist. Links von uns tauchen nämlich 15 Elefanten auf, die in Ufernähe sind. Jetzt heißt es Stärke zeigen und nicht zurückweichen, denn das könnten die Tiere bemerken und uns vielleicht attackieren. Plötzlich bemerken uns die Elefanten und fangen an zu rennen, doch die Gruppe scheint sich uneinig zu sein. Während einige lediglich entlang des Wassers laufen wollen, bekommen einige Elefanten Panik und drängen die anderen Elefanten immer weiter Richtung Wasser. Ein Ausweichmanöver ist für uns aber nicht wirklich möglich, da zu unserer rechten, sich eine Gruppe Flusspferde befindet, in deren Revier nicht wirklich eindringen wollen. Das Trompeten einiger Elefanten ertönt. CB wendet unser Boot und Gott sei Dank haben sich die Elefanten überlegt, die Flucht in Richtung Inselinneren anzutreten. Die Situation beruhigt sich damit wieder und wir können aufatmen. Was für ein Adrenalinschub.
Es kehrt wieder Entspannung ein
Gut das die nächsten Tiere, denen wir begegnen nicht ganz so aufgeregt sind und uns eine ruhige Weiterfahrt ermöglichen. Manche liegen nämlich einfach an Land und halten ein Nickerchen und sind somit einfache Fotomotive. 🙂 Gegen 12:30 Uhr ist dann wieder Mittagszeit. Heute müssen wir ohne Schläfchen auskommen, da wir es sonst nicht rechtzeitig zu unserm Ziel schaffen. Es kommt auch immer mehr die Zeit der Krokodile, die wir jetzt immer häufiger auf den Sandbänken antreffen. CB meinte aber, dass wir vielleicht nur gut ein Viertel der Krokodile sehen, die sich hier rumtreiben, da der Rest schon längst im Wasser ist, bevor wir überhaupt in deren Nähe sind. Dennoch sehen wir an diesem Tag mehr Kroks als die letzten Tage zusammen.
Wir kommen der Flussenge immer näher. Hier gibt es dann nur noch einen Weg, den wir nehmen können und keine kleinen Seitenarme, um irgendwelche Tiere zu umfahren. Bevor wir aber dort sind, muss wieder Feuerholz gesammelt werden und diesmal scheinen wir es wirklich gut zu meinen. Mein Boot wird dabei immer irgendwie am vollsten geladen. Wir sehen dieses Mal sogar ein bisschen wie ein Wikingerschiff aus meinen die Anderen. Unser Kanu hat auf jeden Fall ordentlich Tiefgang. Kurz vor dem Ziel legen wir noch mal für eine Pinkelpause an und es war kein schlechter Ort für eine Pause, denn hier entdecken wir die Fußspuren von Löwen. Wenn wir sie schon nicht so zu Gesicht bekommen, haben wir wenigstens ein paar Anhaltspunkte, dass sie wirklich hier irgendwo rumlaufen.
Wir haben das Tagesziel erreicht – 42km liegen hinter uns
Den Sonnenuntergang bekommen wir dann nur noch im Boot mit und es heißt schnell noch die Zelte aufbauen, bevor es dunkel wird. Alle sind doch ordentlich geschafft von dem Tag, der uns vieles abverlangt hat. An dem Punkt, wo wir unser Camp aufschlagen, ist auch die einzige Möglichkeit mal ein erfrischendes Bad zu nehmen im Sambesi, doch bis auf unser Guide Carlos traut sich nicht wirklich einer ins Wasser. Der Respekt vor den Krokodilen und den Flusspferden ist dann vielleicht doch zu groß. Ganz nebenbei haben wir auch die Tausendermarke an gesehenen Flusspferden geknackt. Fast 600 Exemplare haben unseren Weg an diesem Tag gekreuzt. Landschaftlich ist dies auch der schönste Part der Reise, den wir gerade erreicht haben und den nächsten Tag noch durchfahren.
Die wohl letzte Chance auf der Kanusafari Löwen und Leoparden zu sehen
Tag 5 ist unser letzter voller Tag der Kanusafari. Heute stehen noch mal 26 km auf dem Programm, da wir den letzten Tag ordentlich Kilometer gemacht haben. Es geht vorbei an zahlreichen Krokodilen und Vögeln. Ich kann mich dabei auf die Umgebung konzentrieren, da CB einen Großteil der Arbeit übernimmt. Ziel ist es vielleicht doch noch einen Löwen oder vielleicht sogar einen Leoparden zu entdecken. Ich nehme es mal vorweg, es gelingt uns leider nicht. Dafür sehen wir noch eine weitere Affenart, die wir bis jetzt nur ganz kurz am Start gesehen hatten, und zwar die Velvet Monkeys oder auch Blue Balls Monkeys. Ich konnte keinen Schnappschuss aus nächster Nähe machen, aber die Affen haben wirklich blaue Hoden. 😀
Flusspferd voraus
Eine Herde Flusspferde von uns aufgeschreckt begibt sich links von uns ins Wasser. Wir halten uns daher ein bisschen weiter rechts vom Ufer, doch nicht weit genug. CB glaubt, dass die Flusspferde in Ufernähe bleiben, da das Wasser dort tief genug ist. Die Flusspferde sind auf jeden Fall nicht mehr zu sehen, nachdem sie vom Land ins Wasser sind. Dies war jedoch ein Irrglaube. Direkt vor unserem Boot taucht plötzlich ein riesiger Kopf aus dem Wasser auf, um gleich wieder abzutauchen. Wir müssen Gas geben, wer weiß, ob das Tier noch mal hochsteigt und dann vielleicht unser Boot attackiert und in die Luft schleudert. Alle passieren die Stelle dann aber doch unbeschadet. Puh. Das war wirklich knapp und so muss ich erst mal den Schreck verdauen und runterkommen. So nah sind wir den Tieren noch nicht gekommen und ich muss es kein zweites Mal mehr haben. Jetzt wo man es aber erlebt hat und nichts passiert ist, schaut man doch was relaxter auf die Situation zurück. Irgendwie musste es aber doch jeden Tag einen gewissen Kick geben.
Abhängen in einer Baumschaukel
An unserem Mittagsplatz gibt es zwar nicht viel Schatten, in dem wir uns verstecken können, dafür aber eine coole Baumschaukel, auf die man sich setzen und ein bisschen hin und her schwingen kann. Was ich dann auch mehr als einmal mache. Zum Ende des Tages erwische ich dann auch noch mal ein paar Flusspferde mit aufgerissenem Maul, auch wenn die Bilder bestimmt nicht die beste Qualität haben, da sie doch von sehr weit weg gemacht werden mussten und die Lichtverhältnisse auch nicht mehr die besten wahren.
Der Zeitpunkt der letzten Nacht ist gekommen
Ein letztes Mal heißt es die Zelte aufbauen und in einem Camp schlafen. Auf der einen Seite ist es schade aber irgendwie nach 5 Tagen ohne Dusche, ohne richtige Toilette und teilweise identischem Essen freut man sich doch, auch wenn man mal wieder gut riecht und eine andere Mahlzeit bekommt. Das soll keine Kritik an dem Essen sein. CB und Carlos haben ihre Sache wirklich super gemacht.
Am Lagerfeuer gibt CB dann noch die ein oder andere Geschichte zum Besten, die er vorher nicht erzählen wollte, da er Angst hatte, dass wir die Tour abbrechen. So erzählt er z.B. das er auch schon mal Opfer einer Krokodilattacke war. Er hat im Boot zu tief gesessen und so hat ihn ein Krokodil am Ellbogen aus dem Boot ziehen können. Er konnte nur überleben, da er ein Messer dabei hatte und so auf das Krokodil einstechen konnte. An den Folgen leidet er aber heute immer noch ein bisschen. Eine weitere Geschichte war, dass in ein Boot eines Guides eine Kobra gesprungen ist und er so die Flucht durch das Wasser an das nächste Ufer angetreten hat. Ein Biss der Kobra wäre tödlich gewesen, daher ging der Guide das Risiko ein, vielleicht von einem Krokodil erfasst zu werden. Dieser hatte aber Glück. Auch der im Boot befindliche Kunde kam mit einem Schrecken davon. So gab es noch zwei oder drei andere interessante Geschichten, die er zum Besten gab. Irgendwann ging es dann aber ins Bett, da uns ja doch noch ein Tag bevorstand.
Die letzte Etappe noch – 6 fantastische Tage haben auch mal ein Ende
Am letzten Tag ging es vorbei an vielen Dörfern, die sich am Ufer des Flusses angesiedelt haben. Ziel war ein „Hafen“ nahe der Grenze von Mosambik, Sambia und Simbabwe. Gut zwei Stunden waren es bis dahin, bis wir dann von einem Fahrer aufgesammelt wurden, der uns nach Lusaka brachte. Auf dem Weg gab es dann noch ein letztes gemeinsames Mittagessen mit den Guides, bevor es zur großen Verabschiedung kam. Danke CB und Carlos für 6 unvergessliche Tage. In Lusaka hieß es dann auch Abschied nehmen von den Amerikanern. Diese wählten für ihren Aufenthalt, bevor es nach Tansania weiterging, eine doch etwas bessere Unterkunft, als ich das tat. 🙂 Es war echt toll sie kennengelernt zu haben und ich hoffe, dass der Kontakt aufrechterhalten bleibt. Ich war wieder im Lusaka Packpackers angekommen, wo die Reise durch Sambia startete und hier sollte sie dann auch Enden. Am 22.9 geht es nach Dar es Salaam mit dem Zug. Eine weitere tolle Erfahrung steht mir sicher bevor.