Welcome to the Village

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Gästehaus in KampunduNach dem Arbeitstag bringt uns Abraham ins 30 Minuten entfernte Dorf. Wir sind meine Zimmerkollegen Isaac, Matthijs, Elieser und ich. Wir sind alle gespannt, was uns dort da erwartet. Ich glaube, ich habe noch am meisten Dorf Erfahrung mit meinem ca. 2 h Besuch in Livingstone aber so eine Übernachtung ist dann doch noch mal eine andere Hausnummer. Wir stapfen also den staubigen Weg entlang Richtung Kampundu Village. Hier werden wir herzlich Empfangen und bekommen von unserer Ansprechpartnerin und der Tochter des Headmans das Chitenge angelegt. Das ist ein farbenfrohes Tuch, das uns als Besucher des Dorfes zu erkennen gibt. Dann gibt es eine Führung durch unsere Unterkunft. Das Gästehaus hatte eine Küche zu bieten, in der wir aber nicht selbst aktiv werden müssen. Um unser leibliches Wohl kümmern sich die Frauen des Dorfes. Der Gemeinschaftsraum, der direkt an die offene Küche anschließt, besteht aus Hockern von Baumstämmen. Zu guter Letzt werden uns noch die Schlafräume gezeigt. Auf der Erde ist eine Schilfmatte ausgelegt und darauf ist eine Matratze platziert, die den Komfort einer besseren Isomatte hat. Wir haben es ja so gewollt. 🙂

Rundgang durch Kampundu Village und sammeln von Feuerholz

Nach der Besichtigung des Hauses geht es weiter mit dem Dorfrundgang. Die Tour beginnt bei den Toiletten und der Dusche. Beides befindet sich außerhalb des Hauses und die Dusche besteht nur aus Strohwänden. Eine Brause ist hier auch Fehlanzeige. Auf die afrikanische Dusche komme ich dann aber später noch zu sprechen. Die Toilette ist eine kleine Hütte, in deren Mitte ein Loch ist. Willkommen in Afrika. So ist das also früher gewesen mit dem Plumpsklo. Ich hatte echt noch keinen Plan, wie das gehen soll. Der Rest der Tour durch das Dorf geht wirklich schnell, da Kampundu nicht wirklich ein riesiges Dorf ist. Mit ein paar Jungs aus dem Dorf machen wir uns dann auf den Weg Feuerholz für das nächtliche Feuer zu organisieren. Hier werde ich nett darauf hingewiesen „Das eine ist Feuerholz. Das andere aber nicht.“ Der Unterschied ist mir bis heute noch nicht klar aber die Kleinen werden schon wissen, wovon sie sprechen. Mit einer Menge Holz im Schlepptau geht es dann zurück ins Village und ran ans Feuer machen. Die ersten zwei, drei Versuche wollen nicht so ganz klappen. Das Gras brennt zwar gut aber das Holz will noch nicht so richtig Feuer fangen. Letztendlich bekommen wir das Zeug aber doch zum Brennen.

Afrikanisch essen, duschen und tanzen rund ums Feuer

In der afrikanischen DuscheLangsam wird es auch echt dunkel und es steht noch ein leckeres Essen an und die oben schon erwähnte afrikanische Dusche. Matthijs und Isaac kommen vor dem Abendessen noch in den Genuss der Dusche. Zum Abendessen gibt es Nshima mit Grünzeug und Village Hühnchen. So ein leckeres Hühnchen habe ich noch nie in meinem Leben gegessen. Ich kann mich zumindest nicht entsinnen. Wir werden auch gar nicht erst vor die Wahl gestellt, ob wir mit Fingern oder Besteck essen wollen. Besteck bekommen wir nämlich erst gar nicht.  Gott sei Dank bin ich das mittlerweile schon ein bisschen gewohnt.

Nach dem Essen darf ich dann auch unter die Dusche. Es steht ein Behälter mit warmen Wasser und einem Stück Seife bereit. Sparsamkeit beim Umgang mit dem Wasser ist daher angesagt. Doch sehr erstaunlich mit wie wenig Wasser man auskommt, wenn man nicht wirklich viel zu Verfügung hat und ich bin tatsächlich komplett sauber geworden. Das eigentlich Highlight ist aber der Ausblick aus der Dusche. Von hier schaut man direkt in den sternenklaren Himmel. Der absolute Wahnsinn und so schwankt man immer zwischen Einseifen und dem Blick nach oben. Irgendwann brauch ich auch mal so eine Dusche in meinem Garten. Der Ausblick einfach unbezahlbar.

Dann geht es zurück ans Feuer. Mittlerweile haben sich einige Kinder und Jugendliche aus dem Dorf um das Feuer versammelt. Mit Liedern werden wir noch mal willkommen geheißen und Jesus Christus gepriesen. Es ist alles hier was religiöser als man es bei uns kennt, es ist aber auch alles auch lockerer. Irgendwann werden wir dann auch aufgefordert uns an den Tänzen um das Feuer zu beteiligen. Bis 23 Uhr springen wir um das Feuer und beteiligen uns an den Liedern, soweit es geht. So gibt es hier ein Vorstellungslied, wo wir dann alle spontan ein paar Zeilen uns ausdenken müssen, da wir überraschenderweise den Dialekt nicht wirklich sprechen. 😉

Die Nacht ist früh zu Ende

Gruppenbild vor VerabschiedungMit dem Glauben, dass wir am nächsten Tag ausschlafen können, setzen wir uns noch in unserer Unterkunft zusammen und spielen Karten. Ein Fehler, wie sich rausstellt. Die Hähne des Dorfes waren schon um 4 Uhr aktiv, die ich Gott sei Dank noch nicht wahrnehme. Mein Zimmernachbar Matthijs hat da weniger Glück. Irgendwer musste dann wohl auch irgendwann auf Toilette und ließ leider die Tür zu unserem Haus offen. Dies nutzten die Dorffrauen, um ihre ganzen Töpfe und Pfannen bei uns ins Gästehaus zu bringen und dabei waren sie leider nicht wirklich leise. Zudem kam dann noch das Radio aus der Nachbarschaft, mit dem unser Nachbar wohl das ganze Dorf unterhalten wollte. Um 7 Uhr war es bei mir mit dem Schlaf auf jeden Fall vorbei. Um 8 Uhr gibt es dann ein leckeres Frühstück mit einem Ei und einer Teigware, die man mit Krapfen vergleichen kann. Ein paar Erinnerungsfotos werden noch geschossen und dann ist es auch schon wieder Zeit aufzubrechen. Die Zeit hier ging doch echt schnell vorbei.

Ein Chamäleon begleitet uns auf dem Rückweg

Rango auf meiner HandAuf unserem Rückweg treffen wir noch mal auf ein paar Jungs aus dem Dorf, die mit irgendwas beschäftigt sind. Als wir näherkommen, sehen wir, was das Interesse der Jungs geweckt hat, ein Chamäleon. Wir nehmen uns dem wohl noch jungen Chamäleon an, dass uns ein Stück auf dem Weg begleitet. Es bekommt von uns den Namen Rango verpasst. An einem Baum verlieren wir ihn dann, da er sich dann doch zu schnell nach oben bewegt, so dass wir ihn nicht mehr greifen können. So dauert unser Weg zurück in die Community aber etwas länger. Am Ende bleibt aber ein unvergessliches Erlebnis. Eine Erfahrung, die ich nicht Gott sei Dank, erleben durfte und so schnell auch nicht mehr vergesse. Der Rest des Wochenendes verläuft dann eher ruhig. Mal sehen, was die neue Woche noch so an Aufgaben und Erlebnisse bringt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *