Man wächst immer mehr ins Projekt rein (02. uns 3.11.2015)

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Am Sonntag nach dem Tauchen heißt es dann erst mal etwas entspannen denn abends wollen wir noch auf eine Party gehen. Das Cocobello lädt jeden Sonntag zur Party ein. Wir ziehen mit einer größeren Gruppe los und Vergnügen uns bei Musik (Amarulah ist der Hit nur 1 während der Zeit) und bei dem ein oder anderen Getränk in dem Club. Gegen 2 Uhr ist Feierabend für ein paar von uns. Ich bin noch was geschlaucht vom Tauchen und außerdem ruft die Pflicht ja am nächsten Tag.

Menschliches Kunstwerk
Menschliches Kunstwerk

Die Woche ist auch der Abschied von Janine, die das Projekt eine längere Zeit begleitet hat und hier schon einiges bewegt hat. So kommen wir noch ihren Wunsch nach am Strand mit unseren Körpern, es helfen sowohl die Volunteere als auch die Locals Nungwi 2015 in den Sand zu zaubern. Ich war Bestandteil des wohl schönsten G, das die Welt bis zu diesem Zeitpunkt je erblickt hat. 😉 Außerdem machen wir noch ein paar Gruppenfotos innerhalb des Aquariums, unseres Arbeitsplatzes. Die Fotos heben das Nungwi 2015 nicht heraus. Dennoch war es ein cooles Gruppenprojekt, das, so denke ich mal, allen in Erinnerungen bleibt. Hier haben wirklich alle an einem Strang gezogen und für die Erreichung des „kleinen Projektes“ ihren Beitrag geleistet. Ich beginne mich auch immer mehr mit dem Projekt zu identifizieren und möchte auf jeden Fall noch mal zu einem Release am 20. Februar hierhin zurückkehren. Die Schildkröten scheinen sich auch immer mehr an einen zu gewöhnen. So habe ich eine Schildkröte, die wenn ich im Wasser stehe, ab und zu ganz nah an mich herankommt und gar nicht mehr von meinem Bein weichen will. Auch wenn ich sie wegschubse stellt sie ihre Flossen so, dass sie in einem Halbbogen wieder zu mir zurückkehrt und an meinem Bein klebt. Im Gegenzug bekommt sie ein paar Streicheleinheiten von mir. Man hat irgendwie dass Gefühl, dass man eine gewisse Bindung zu den Tieren aufgebaut hat, auch wenn man vielleicht noch nicht so lange da ist und die Tiere scheinen vielleicht auch zu spüren, dass man ihnenwas Gutes tuen will. Auch noch jetzt, wo die Zeit ja schon lange hinter mir liegt, kann ich noch nicht ganz loslassen und ich erwischen mich immer mal wieder, wie ich an das Schildkrötenprojekt zurückdenke.

Give me a hug
Give me a hug

Komme ich jetzt aber wieder zu den Geschehnissen. Am nachfolgenden Tag nehme ich mir mit 6 anderen vom Aquarium mal eine Auszeit und wir machen einen Ausflug zu Prison Island (Changuu). Eine Insel, die man von Stone Town relativ schnell erreicht. Auf der Insel wurden damals Sklaven gefangen gehalten, bevor sie dann weiter verschifft wurden. Nach der Sklavenzeit wurde diese als Korallenmine genutzt, bevor sie zur Quarantänestation für Menschen, die an Gelbfieber litten, Verwendung fand. Mit einem Bötchen geht die Reise auf jeden Fall los. Vorher schnappen wir uns aber noch ein paar Schnorchelsachen, da wir nach dem Aufenthalt noch etwas die Unterwasserwelt erkunden wollen. Neben einem sehr schönen Ausblick bietet die Insel noch ein weiteres Highlight. Hier sind nämlich riesige Landschildkröten beherbergt, die im Gegensatz zu den Kollegen, um die wir uns kümmern, bis zu 500 Jahre alt werden können und ganz schöne Brocken sind. Die älteste Schildkröte, die wir antreffen, ist 136 Jahre alt und das war mit Abstand nicht die älteste Bewohnerin der Insel. Diese kommt auf ein stolzes Alter von 192 Jahren. Hat aber im Vergleich zu der Lebenserwartung noch nicht mal die Hälfte ihres Leben hinter sich. Schon Wahnsinn diese Tiere, auch wenn sie sich eher behäbig durch die Gegend schleppen. So gelingt es uns aber Schnappschüsse von ganz nah zu machen, ohne das sie uns aus dem Bild laufen. 😀 Die Schildkröten waren damals ein Geschenk an Sansibar und sind somit nicht einheimisch. Die einheimischen Landschildkröten sehen im Vergleich zu den riesigen Brocken doch eher winzig aus. Nachdem wir die Schildkröten einige Zeit begutachtet haben, geht es weiter zu dem Gebäude, das als Gefängnis dienen sollte und nun als Restaurant für Gäste genutzt wird. Hier hat man noch mal hinten raus einen schönen Blick und es wird noch mal eine Fotosession eingelegt. Bevor wir uns wieder auf zum Boot machen, um Schnorchel zu gehen. Ich nehme das gerne mit, doch das Gefühl vom Tauchen erreiche ich hier nicht. Es zieht mich dann doch eher in die Tiefe, wo ich komplett abschalten kann und in eine ganz andere Welt eintauche.

Lecker, lecker und nochmals lecker.
Lecker, lecker und nochmals lecker.

Als letzter Punkt steht noch der Foodmarket in Stone Town an. Hier gibt es lokale Köstlichkeiten, die die Händler in Hafennähe anbieten. Am liebsten hätte ich hier mal alles probiert, doch wäre ich dann jetzt ein Haufen Geld los und soviel hätte dann doch nicht in meinen Magen gepasst. So bleibt es bei einer Zanzibar Pizza, einem dünnen Teig, der mit Gemüse und Rindfleisch gefüllt und auf einer Kochplatte erhitzt wird. Sehr lecker auch in einer süßen Variante zu empfehlen, welche ich später getestet habe. Danach gab es noch einen Hühnerkebab auch sehr lecker. Mein absolutes Geschmackserlebnis kam dann aber zum Schluss in Form eines Riffhaispießes. Mega lecker und sollte man auf jeden Fall beim Besuch des Foodmarkets auf jeden Fall mal probiert haben, sofern einem Fisch schmeckt natürlich.

In den nächsten Berichten erfahrt ihr dann, wie es im Projekt weiter lief und was ich noch so auf den Ausflügen erlebt habe, bevor es mich dann ein weiteres Mal nach Jambiani verschlagen hat, um Sansibar gemütlich ausklingen zu lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *