San Blas – Trauminseln in der Karibik

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Boot zum Übersetzen auf San BlasFrüh morgens geht es los. Ich werde von einem Fahrer in meinem Hostel abgeholt. Ich habe nur das Nötigste dabei, was ich für die nächsten 3 Tage und 2 Nächte auf den San Blas Inseln brauche. Im Internet habe ich nur Gutes über die 365 Inseln gehört, die im Karibischen Meer liegen. Auf den Inseln machen die Einheimischen die Regeln. Die Regierung von Panama hat hier selbst nicht zu sagen. Ich bin richtig gespannt, was mich erwartet. Internet und Leben im Luxus sucht man hier auf jeden Fall vergebens. Ein guter Ort, um abzuschalten und ein bisschen zu sich selbst zu finden.  Die Autofahrt dauert ca. 2,5h würde ich sagen, liegt ja auch schon ein bisschen zurück. In Guna Yala angekommen, müssen wir erst mal warten, bis wir mit einem Boot abgeholt werden. Da sitzen wir nun zu dritt auf einer Holzbank und warten und warten und warten. Immer wieder kommen kleine Boote an, die andere Touristen mitnehmen bzw. Touristen wieder aufs Festland bringen, für die, die Zeit schon wieder auf den Archipelen vorbei ist. Es wird uns gesagt, dass in 20 Minuten das Boot da ist. Nur hier scheinen die Uhren wie in Afrika auch etwas anders zu ticken, nämlich langsamer. Was soll es, ich bin ja nicht in Eile, sondern zum Spaß haben hier. Außerdem, wenn mich Afrika eins gelehrt hat, dann Geduld haben (natürlich ist das nicht das Einzige, was ich von dort mitnehme). Schließlich ist es soweit und wir können das Boot besteigen und wir machen los zu unserer Insel Namens Guanidup. Kennt ihr nicht? Habe ich auch noch nie vorher in meinem Leben gehört. Doch auf dem Weg dorthin müssen wir erst mal einem Boot mit Touristen helfen. Hier scheint irgendwas mit dem Motor des Bootes nicht zu stimmen. Kein guter Start für diese Touristen. Unser Fahrer ist so nett und schleppt das Boot samt Insassen zur nächsten „Werkstatt“ ab. Ab hier sind sie wieder auf sich alleine gestellt und wir setzten unseren Weg weiter fort zu unserer Zielinsel.

Blick auf GuanidupVorbei an kleinen und größeren Inseln, wobei groß jetzt wirklich übertrieben ist, gelangen wir letztendlich auf Guanidup an. Eine Insel, in einer Größe, für die man 10 Minuten braucht, um wirklich alles gesehen zu haben, wenn man gemütlich spaziert. 😉 Hier stehen 12 Hüten, um Besucher zu empfangen. Da wir nicht in der Hauptsaison da sind, befinden sich außer mir nur noch 2 Italienerinnen, ein Russe und das Pärchen, was ich am Vortag kennengelernt habe dort. Die Einheimischen natürlich nicht zu vergessen. Da die Italienerinnen an meinem Anreisetag aber die Insel schon wieder verlassen und auch am nächsten Morgen der Russe sich verabschiedet, haben wir die Insel quasi für uns allein. Auf der Insel angekommen, werden uns dann erst mal die Hütten zu schlafen zugewiesen. Hütten, die einen starken Sturm wohl nicht überleben würden, so macht es zumindest den Anschein. Die Wände bestehen aus dünnen aneinander gebundenen Holzpfählen und die Dächer sind aus Stroh. Im Inneren meiner Hütte stehen zwei Betten und ein Tisch auf Sandboden. Das war es dann auch. Aber hey, was will ich mehr. Ein Dach über dem Kopf, ein Bett zum Schlafen und drei Mahlzeiten am Tag, die uns die Einheimischen zubereiten. Übrigens sind die Zeiten hier mehr oder weniger festgelegt. Man kann zwar mit den Leuten diskutieren und versuchen die Essenzeiten zu verschieben, aber am Ende bleibt doch alles beim Alten, egal was vorher ausgemacht wurde. Wer auf dieser Insel Strom oder eine Internet Verbindung sucht, sucht vergebens. In den Abendstunden wird mal für kurze Zeit von ungefähr 18-22 Uhr ein Generator angemacht und das war es. Ganz ehrlich, man vermisst es aber auch nicht. Die Toiletten und Duschen sind auch eher gewöhnungsbedürftig, würde ich mal sagen, aber schocken kann mich eigentlich nichts mehr. Ich für meinen Teil hatte schon Schlimmeres gesehen auf meiner Reise und war ehrlich gesagt, eher überrascht über den „guten Zustand“ der Toiletten. Gut man musste jetzt den Wasserkasten immer wieder mit Wasser füllen und aus der Dusche kam jetzt auch nicht immer der mega Wasserstrahl raus, aber alles hat seine Aufgabe erfüllt und so war für mich die Sache gut.

Blick auf Dorf der Einheimischen von San BlasNach dem wir uns mit Mittagessen gestärkt haben, machen wir noch einen Ausflug zu einer anderen Insel. Denn in dem Preis, den wir für die 3 Tage bezahlt haben, sind je ein Tagesausflug auf eine andere Insel enthalten. So machen wir uns zu viert auf den Weg, um eine Insel zu besuchen, wo wir das richtige Leben der Einheimischen noch ein bisschen beobachten können. Auf der Insel selbst ist es verboten direkt Fotos von den Personen zu machen, daher konnte ich hier auch nicht besonders viele Bilder machen. Eine Regel, die unseren russischen Freund weniger gestört hat. Was ich ein bisschen als respektlos empfand. Klar sind bei mir auch schon mal Personen drauf, die ich von vorne erwischt habe, diese waren aber nicht im Fokus meiner Bilder. Es war aber schon ein tolles Erlebnis und ich bin auch echt dankbar dafür, dass wir einen Einblick hier gewährt bekamen. Wahnsinn, in was für Verhältnissen die Leute hier leben müssen, sie aber anscheinend ohne sich groß zu beklagen hinnehmen. Es muss schon komisch sein, wenn Leute aus fremden Ländern zu ihnen kommen, bewaffnet mit teueren Fotoapparaten und durch ihr Dorf stampfen. Wir wurden auf jeden Fall herzlich aufgenommen. Ach ja, ich vergaß noch zu erwähnen, dass man, um auf die einzelnen Inseln zu dürfen, einen kleinen Betrag bezahlen muss. Eine Besuchersteuer würde ich sie jetzt mal nennen. Meist handelt es sich hier aber nur um einen kleinen Betrag so zwischen 1-4$.

Nach dem Ausflug geht es wieder zurück nach Ganidup. Wahnsinn, wie klein die Inseln hier teilweise sind. Manche bieten wirklich nur Platz für zwei Hütten oder sogar lediglich 5 Palmen. Ganz gegensätzlich dann aber auch wieder andere Inseln, wo wir an Häusern Satellitenschüsseln sehen und Schilder mit der Aufschrift Hotel. Manche scheinen sich also doch etwas mehr dem Tourismus hinzugeben als andere. Ich muss aber sagen, dass mir das Ursprüngliche, Einfache mehr zugesagt hat. Wobei ob es wirklich ursprünglich war, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Ich laufe durch das Wasser am StrandNeuer Tag, neue Erlebnisse. Nach dem Frühstück waren wir dann wirklich alleine. Der neue Tag zeigt sich von einer besseren Seite als der Tag davor, da es hier und da doch noch mal ein paar graue Wolken am Himmel gab. Ziel heute war eine etwas größere Insel, mit einem wunderschönen Strand und kristallklarem Wasser. Bei der Ankunft mit dem Boot konnten wir auf dem Grund schon zig Seesterne erblicken. Das Wasser lud geradezu zum Baden ein und gesagt getan. Außerdem konnte ich es mir nicht nehmen lassen einen Lauf entlang des Strandes a la Baywatch zu machen. 😀 Was für ein schönes Fleckchen Erde. Hier möchte ich gerne noch mal wiederkehren. Vielleicht ja mal auf der Reise von Panama nach Kolumbien mit einem Segelschiff. Aber das steht noch in den Sternen und es muss ja mittlerweile auch jemand mitspielen, der jetzt an meiner Seite ist. Die Zeit geht auf jeden Fall viel zu schnell vorbei und schon müssen wir wieder los. Wir waren doch gerade erst hier angekommen, so fühlt es sich zumindest an. Es geht aber nicht zurück ohne, dass wir uns noch ein paar Langusten zum Abendessen kaufen. Wenn man mal überlegt, was man im Restaurant für die Tiere zum Essen ausgibt und hier wechseln für 5 Dollar 3 Langusten den Besitzer, so ist das schon Wahnsinn.

Ich in der Hängematte am relaxenDen Nachmittag, da wir uns dagegen entscheiden eine weitere Insel zu besuchen, nutze ich dazu, um ein bisschen mir die Unterwasserwelt zu entdecken, und leihe mir eine Schnorchelausrüstung aus. Es war schon ganz interessant aber irgendwie begeistert mich das Tauchen doch mehr. Nachdem ich eine Runde um die Insel geschnorchelt bin, mach ich mich daran noch ein paar Erinnerungsfotos zu machen. Schließlich soll es am nächsten Tag ja nach dem Frühstück wieder losgehen. Also schmeiße ich mich auf der Schaukel, die an einer Palme hängt, in einer Hängematte, auf einem alten Steg, der im Wasser ist und an einer Palme hängend in Pose. Außerdem werden noch 2-3 Fotos vom Sonnenuntergang gemacht, zumindest so gut es geht, denn die Wolken spielen auch diesmal leider nicht ganz so mit. Nach dem wir den Abend zuvor schon versucht haben draußen in den Hängematten zu schlafen, dies aber durch einen Regenschauer unterbrochen wurde. Nach dem Schauer habe ich es dann nicht mehr aus meiner Hütte geschafft, versuchen wir es die zweite Nacht erneut. Leider mit ähnlichem Ergebnis. Nach dem dritten Umzug aus der Hängematte raus in die Hütte und umgekehrt, habe ich keine Lust mehr und bevorzuge doch die trockene Hütte. Die beiden anderen bleiben da hartnäckiger, doch ekelt sich zumindest Eliane auch mehr von den Kakerlaken in der Hütte als ich. 😉

Am nächsten Morgen heißt es dann Abschied nehmen von den Einheimischen, die uns gut versorgt haben und auch von den San Blas Inseln. Es war eine kurze Zeit hier, aber ich würde es jederzeit noch mal machen und dann vielleicht noch mal andere Inseln des Archipels besuchen. Essind ja auf jeden Fall noch genug offen, die ich nicht besucht habe. Nach dem Frühstück geht es wieder los mit dem Boot Richtung Guna Yala. Dort angekommen machen wir noch ein letztes Erinnerungsfoto. Dann geht es nach einer länger Zeit des Wartens wieder in Richtung Panama City. Hier muss ich mich dann auch von dem Pärchen verabschieden, die mich die letzten 4 Tage begleitet haben. Für sie geht es mehr in Richtung Costa Rica, während es für mich in den Regenwald geht. Ich bin schon gespannt, was mich da so erwartet.

2 comments on “San Blas – Trauminseln in der Karibik

    1. Die Inseln waren auf jeden Fall schön und ich habe ja nur wenige gesehen bzw. die meisten im vorbeifahren. Man muss natürlich auch auf einiges verzichten aber das ist es wert.

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