Jambiani again (23.11-02.12.2015)

Geschätzte Lesezeit: 9 Minuten

Mfumbwi LodgeFür die letzten Tage Afrika habe ich mir noch mal Jambiani ausgesucht. Allerdings ging es erst mal in eine andere Unterkunft, wie beim ersten Mal. Die Mfumbwi Lodge war mein neues Zuhause für die ersten Tage. Die liegt zwar nicht direkt am Strand, aber mit nur 5 Minuten Fußweg zum Strand war das zu verkraften. Hier lerne ich u.a. Amaroso und Mwili (Facebook-Name). Mit den Jungs habe ich ein bisschen Party gemacht. Zudem sind es aber auch gute Köche und so haben Sie mir die Zeit in der Lodge zu einer sehr guten Zeit gemacht, mit ihrer lockeren Art. Ich komme eigentlich genau zur richtigen Zeit in Jambiani an, denn es ist Crazy Monday in der Red Monkey Lodge. Hier können Künstler ihr Können zeigen und es ist unter anderem der zweitplatzierte von Sansibar sucht den Superstar mit am Start. Tolle Musiker in einer tollen Atmosphäre. Die Leute tanzen ausgelassen und es ist ein Rhythmus, bei dem man einfach mit muss. Nach dem die eingeplanten Künstler ihren Auftritt beendet haben, heißt es Open Mic. Hier ist jeder eingeladen, der es kann mit zu jamen. Auch einer aus der Mfumbwi Lodge rockt so richtig die Bühne und beim zweiten Crazy Montag widmet er den Auftritt für mich. Hätte ich den Leuten vom Uhuru Beach nicht versprochen, dann wäre ich vielleicht die sämtliche Zeit in der Lodge geblieben, aber hier hatte es mir auch sehr gut gefallen.

Am nächsten Tag mache ich mich auch auf Richtung Uhuru Beach, um hier einen Kite-Lehrer zu treffen und zu schauen, ob ich ein bisschen Kitesurfen lernen kann. Daraus wird aber leider nichts, da ich mich genau in der Offseason auf Sansibar befinde. So haben die Schulen im Moment kein Equipment am Start oder auch die Lehrer sind noch nicht da. Beides eine schlechte Kombination. Hinzu kommt noch, dass der Wind leider nicht ausreicht. Ich soll mein Glück aber noch mal in Paje versuchen. Mit dem gleichen Ergebnis. Es soll einfach nicht sein und so muss ich das Vorhaben auf ein anderes Mal verschieben. Ein bisschen enttäuscht, dass es mit dem Kitesurfen nicht geklappt hat, gehe ich vom Strand wieder zurück Richtung Bushaltestelle. Doch bis dahin sollte ich erst mal nicht kommen, da auf dem Weg mir auf einmal vier Kinder entgegengerannt kommen. Sie umzingeln mich und wollen, dass ich mit ihnen ein Foto schieße. Nicht alle Kinder sind aber Glück, ein kleiner Junge hat auch ein bisschen Angst vor dem weißen Mann. 😉 Nach dem wir die Fotos gemacht haben, beschäftige ich mich noch ein bisschen mit den Kindern und wirbel sie durch die Luft und schmeiß sie in die Höhe, um sie dann wieder aufzufangen. Die Kinder reißen sich quasi darum, wer als Nächstes dran ist. Sie aber auch ich haben sichtlich Spaß. Mit so kleinen Gesten vergessen die Kinder dann auch schon mal den sicher nicht so einfachen Alltag. Es ist toll zu sehen, mit was für Kleinigkeiten man den Jungs und Mädchen hier eine große Freude machen kann. Schenke ihnen einfach ein bisschen von deiner Zeit und Du bekommst so viel zurück. Irgendwann muss ich dann aber auch weitergehen. Die Hitze macht mir ein bisschen zu schaffen. Mit den Kindern bei 30 Grad +x zu toben geht auch an die Substanz. Später gehe ich noch ein bisschen im Indischen Ozean schwimmen, ein bisschen Sport muss schon sein und das türkisfarbene Wasser und die Sonne laden förmlich dazu ein. Abends steht dann noch eine Party in unsere Lodge an, die leider nicht so gut besucht ist und auch später als geplant startet durch technische Probleme. Zuvor gehe ich aber noch mit Paola und einem anderen Deutschen, den sie kennt, essen. Auf die Party gehe ich dann aber alleine. Trotz relativ weniger Leute, lass ich es mir nicht nehmen und meine Füße im Sand zu bewegen. Irgendwann falle ich dann todmüde in mein Bett.

Frau beim Seetang einsammelnDen nächsten Tag mache ich mich auf, den Strand etwas entlang zu laufen. Da es Ebbe ist, kann ich weit in das Meer hineinlaufen und den Frauen dabei zuschauen, wie sie den Seetang einsammeln, der dann später in einer Fabrik verarbeitet werden soll. Hieraus werden Kosmetikprodukte wie Seife hergestellt, so wie Peelings. Mit einer der Frauen komme ich auch ein bisschen ins Gespräch, doch ohne große Suaheli Kenntnisse geht es natürlich weniger in die Tiefe. Außerdem beobachte ich zwei Jungs mit einer Schnorchelausrüstung und einem Stock ausgestattet, wie sie auf Fischfang gehen. Respekt, wie sie mit dieser Methode wirklich Fische fangen. Ich könnte das definitiv nicht. An dem Tag treffe ich dann auch auf Captain Rastababy, mit dem ich für den nächsten Tag einen Ausflug mit einem Dhau klarmache. Es geht zum Schnorcheln in die Nähe der Riffkante. Diesmal ist es aber ein kleineres Schiff, also die Dhaus, die ich bis jetzt kennengelernt habe. Bei dem ruhigen Seegang aber kein Problem. Auf der Fahrt gibt es leckere Kokosnuss. Das Schnorcheln haut mich jetzt nicht so vom Hocker, aber dafür darf ich das Steuer auf der Rückfahrt übernehmen, was den Preis dann schon alleine Wert war. Auf der Fahrt entstand dann auch das Bild, wo ich die meisten an Robinson Crusoe erinnere, entstanden ist. Am Nachmittag geht es dann in das benachbarte Dorf, wo ich ehrlich gestehen muss, dass ich den Namen vergessen habe. Google Maps hilft hier auch nicht wirklich weiter, da es anscheinend zu klein ist. Wir ziehen zu insgesamt vier Leuten los und schlendern ein bisschen durch das kleine beschauliche Dorf, bevor wir es uns noch ein bisschen am Strand gemütlich machen.

Loch in der Kuumbi HöhlenDer nächste Tag beginnt früh. Ich möchte zu den Kuumbi Höhlen, die nicht weit weg von meiner Unterkunft sind. Doch da es tagsüber sehr warm wird, wurde mir empfohlen, früh aufzubrechen. Ich mache mich nach dem Frühstück los, bewaffnet mit etwas zu trinken und meiner Kamera. Da ich meine Taschenlampe vergessen hatte, musste nachher mein Handy zur Beleuchtung dienen. Die Höhle war doch größer als gedacht und es ganz cool das ich allein bin, so kann ich die Höhle in Ruhe erkunden und auch mal in Seitenarme „gehen“. Es ist eher der Entenmarsch angesagt, da die Decken teilweise sehr niedrig waren. Hier wurden damals Rituale abgehalten von Einheimischen und wenn ich mich richtig erinnere, war es auch ein Zufluchtsort für Sklaven, die sich vor den Sklavenhändlern versteckten. Auch war hier sehr viel Wildlife, dass dann irgendwann aber vertrieben wurde. Bevor ich abends mit den Jungs von der Lodge ordentlich einen draufmache, geht es noch zum nahe gelegenen Fußballplatz, da hier ein Match stattfindet und ich noch ein paar Fotos davon schießen will. Da ich zur zweiten Halbzeit komme, weiß nicht wirklich, wie das Spiel ausgegangen ist. Ein paar Tore bekomme ich aber zu sehen. Wo ich aber wirklich abfeiern musste war, als ein Junge mit einer Ziege auf der Schulter spazieren ging. Kann man ja mal machen. Abends fahren wir dann, wie gesagt zum Party machen, nach Paje. Strand, Cocktails und tanzen unter dem Sternenhimmel. Was will man mehr?

Sonnenuntergang ZALA ParkAm 29.11 heißt es dann Abschied nehmen von der Mfumbwi Lodge. Ich ziehe um ins Uhuru Beach. Von hier aus mache ich noch einen Ausflug in den ZALA Park. Hier erfahre ich noch mal ein bisschen mehr über die Pflanzen und ihre Verwendung. Wichtigste Aussage, die immer wieder wiederholt wurde „Alle Pflanzen sind für etwas gut“, egal ob für Essen, Medizin oder andere Dinge. Klar sehe ich auch Dinge, die ich auf der Gewürztour schon gesehen habe, doch gibt es hier in der Pflanzenwelt noch vieles Neues zu entdecken, wie z.B. die Seifenbeere, mit deren Inhalt wirklich Hände oder Klamotten gewaschen werden können. Dann geht es aufs Boot, wir wollen noch zu einer Insel Vögel beobachten und in den Sonnenuntergang paddeln. Außerdem geht es vorbei an Mangrovenwäldern. Die Insel, zu der die Vögel abends wiederkehren, um dort zu übernachten, braucht man gutes Timing, da die Strömung hier ganz schön stark sein kann. Wir hatten es nicht. Verzweifelt kämpfen wir immer und immer wieder gegen die Strömung an, doch wir kommen einfach nicht vom Fleck. Egal an welcher Stelle wir es versuchen, keine Chance. Als letzte Möglichkeit sehen wir dann nur noch einen weiten Umweg und hier klappt es. Den schönen Sonnenuntergang konnten wir auf jeden Fall noch mitnehmen und auch eine Menge Vögel sehen wir in den Bäumen sitzen. Für Fotos ist es jetzt aber leider schon zu dunkel. Trotzdem war es ein informativer Ausflug und ich kann jedem empfehlen, die Tour auch mal zu machen, wenn er sich in der Nähe von Jambiani befindet.

The Rock - BootsüberfahrtMein letztes Ziel ist am 01.12 dann The Rock. Nein das hat weder was mit dem Schauspieler Dwayne „The Rock“ Johnson noch mit dem Film „The Rock – Fels der Entscheidung zu tun“. Es handelt sich hier um ein Restaurant, das auf einen Felsen im Ozean errichtet wurde. Bei Ebbe gelangt man bequem zu Fuß dorthin. Doch Vorsicht, Rutschgefahr! Solltet Ihr Euch bei Flut zum Restaurant begeben wollen, kein Problem. Ein Boot bringt Euch sicher rüber und holt Euch, wenn nötig wieder ab. Die Ansicht alleine ist die Anreise schon wert. Einige haben mir abgeraten hier zu essen, da Preis-Leistung nicht wirklich im Verhältnis stehen soll. Daher entscheide ich mich einfach ein, zwei Cocktails hier zu schlürfen und die Atmosphäre auf mich wirken zu lassen. Ich erreiche The Rock bei Ebbe. Gut ich hatte mich vorher mithilfe einer App über die Gezeiten schlaugemacht, sodass ich beide Gezeiten mal mitnehmen kann. Die Zeit vertreibe ich mir wie gesagt mit Cocktail schlürfen, Fotos machen und ich unterhalte mich auch noch mit zwei Frauen aus Tschechien, die es sich hier auch gut gehen lassen. Kurz vor Sonnenuntergang brechen wir dann auf. Diesen sieht man nicht wirklich gut von dem Restaurant und ich will noch einen Bus nach Jambiani erwischen, was mir leider aber nicht gelingt. Freunde von den beiden Tschechinnen sind aber so nett und nehmen mich zumindest ein Stück mit, bevor es erst mal zu Fuß weiter geht. Auf dem Weg treffe ich einen Einheimischen, mit dem ich mich ein bisschen unterhalte und der mir dann eine Mitfahrgelegenheit organisiert. So werde ich quasi direkt vor die Tür gebracht. Das letzte Abendessen verbringe ich mit einem netten italienischen Pärchen, das ich im Uhuru Beach kennengelernt hatte. Dann heißt es früh ins Bett. Schließlich kommt um 5 Uhr das Taxi, das mich zum Flughafen bringen soll. Der Flieger soll um 8:25 Uhr gehen. Über Nacht muss ich mein Handy aufladen, wodurch ich es nicht am Bett habe. So überhöre ich auch leider den Wecker. Was ich bis heute immer noch nicht begreifen kann ist, dass der Taxifahrer gemütlich fast eine Stunde auf mich gewartet hat, bevor er der Security Bescheid gegeben hat, um mal nach mir zu schauen. Gott sei Dank waren meine Sachen fast alle gepackt und habe so nur ca. 5 Minuten gebraucht, bis ich startklar war. Dem Taxifahrer bitte ich darum, ein bisschen auf die Tube zu drücken, damit ich rechtzeitig am Flughafen ankomme und das macht er auch. Ich muss mich hier noch mal bei ihm bedanken, denn er hat alles aus dem Auto rausgeholt, was möglich war und ich so den Flieger problemlos bekommen habe. Am Flughafen treffe ich dann auch Vio, Nicole und Jessy vom Schildkrötenprojekt wieder, für die es Richtung Deutschland geht aber nicht wie bei mir dann noch weiter.

Kwa heri Africa. Es war eine schöne und erlebnisreiche Reise. Mit vielen tollen Momenten, vielen neuen Erfahrungen und vielen tollen Menschen. Gerne komme ich wieder. Und Euch da draußen überlegt Euch mal, ob Eure nächste Reise nicht vielleicht nach Afrika geht. Es lohnt sich auf jeden Fall. Ich bin raus. Bis zum nächsten Artikel.

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