Die Wildnis ruft – auf zur Safari (27.09.-29.09.2015)

Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Blick in den Ngorongoro KraterWie schon erwähnt, gibt es eine Planänderung, die vorsieht, dass es mich erst auf Safari verschlägt. Die Serengeti und der Ngorongoro-Kratersind das Ziel. Ich werde früh morgens von Praise abgeholt. Mit an Bord sind noch Johanna, Yohanna und Anna, die mit mir die Safari bestreiten werden. Sie haben gerade den Kilimandscharo hinter sich. Daher sind noch alle etwas geschafft und die meiste Zeit auf dem Weg am schlafen.

Der Weg führt vorbei an staubigen Feldern, auf denen wir zahlreiche Massai sehen, die ihre Tiere durch die Landschaft treiben. Wir fahren auch vorbei am Lake Manyara vorbei, dessen Ufer sich ganz in Pink zeigt. Auch wenn es ein beeindruckendes Bild darstellt (ich habe leider kein Bild davon), sagt mir Praise, dass es recht wenig Flamingos sind, die uns da präsentieren. Nach ca. 2 Stunden fahrt machen wir einen Zwischenstopp. Hier gibt es Frühstück  und es werden unsere Zelte und die Verpflegung für die nächsten Tage aufgeladen, Danach geht es auf zum Ngorongoro Krater, wessen Tor wir wenig später erreichen.

Erster Einblick in den Ngorongoro Krater

Es zeigt sich eine wunderbare grüne Landschaft rechts und links von uns, auf dem Weg zur Aussichtsplattform des Kraters. Die Größe ist wirklich beeindruckend. Der Kraterkessel hat einen Durchmesser von 19,2km, eine Fläche von 304 Quadratkilometern und einer Tiefe von 610m. Einfach gesagt, zu groß um das Ding auf ein Foto zu bekommen. 😀 Durch die Trockenzeit ist hier nur wenig grün zu erkennen und wenn dann in der Nähe von Wasserstellen. Ich erkenne neben einer Herde Büffel, die von hier oben wie eine Ameisenstraße aussieht keine Tiere. Das soll einer der größten Ansammlungen von Tieren sein, die es auf der Welt gibt? Immerhin sind es übers Jahr mindestens 25.000 Tiere, die sich hier aufhalten und die Zahl kann bis wohl auf 2,5 Millionen ansteigen. Irgendwie überzeugt der Blick von hier oben nicht so richtig, dass wir von Tieren umzingelt werden. Ich werde sehen.

Weiter zur Serengeti -Geparden, Löwen und andere wilde Tier zeigen sich uns

Zuerst geht es aber weiter zum Serengeti-Nationalpark. Die asphaltierte Straße ist einer staubigen Piste gewichen und unser Guide sagt scherzhaft, dass wir eine afrikanische Massage unterzogen werden und ja wir werden ordentlich durchgeschüttelt, während er über die Strecke heizt. Am Seitenrand der Strecke entdecken wir immer wieder die ersten Tiere, wie z.B. schlafende Giraffen, Dromedare, Schakale und ganz viele Grantgazellen. Plötzlich hält unser Guide an. Was hat er entdeckt? Irgendwas in weiter Ferne hat seine Aufmerksamkeit geweckt. Tatsächlich entdecken wir mit meinem großen Objektiv für die Kamera die Geparden, für die er angehalten hat. Gleich fünf auf einen Haufen, doch leider sehr weit weg.

Das sollte sich bei unserer nächsten Tierbegegnung ändern. Ganz nah an uns dran sind ein paar Löwinnen, die anscheinend auf der Jagd sind und sich zumindest an ihre Beute, Elenantilopen, heranpirschen. Die wittern aber den Braten und machen sich noch rechtzeitig aus dem Staub, bevor es irgendwelche Aktion zu sehen gibt. Nicht weit von den Löwinnen entfernt präsentieren auch zwei männliche Löwen ihre Mähne. Solche Bilder kannte ich bis jetzt nur aus dem Zoo und jetzt darf ich dies in freier Wildbahn erleben. Auch Pumba läuft hier herum und es sieht schon witzig aus, wie er sein Schwänzchen in die Höhe hebt, sobald er losläuft. 🙂 Es wird langsam dunkel und wir machen uns auf dem Weg zu unserem ersten Camp. Überrascht bin ich von dem ganzen „Luxus“, den wir hier haben. Im Gegensatz zur Kanusafari haben wir Klos, Duschen und eine richtige Küche. Es grenzt schon fast an Luxuscamping aber halt auch nur fast. 😉

Gamedrive durch die Serengeti

Zwei LöwinnenDer nächste Tag steht bereit und wir starten zu unserem Gamedrive. Während sich die anderen auf die Flusspferde konzentrieren, ich habe auf der Kanusafari schon mehr als genug gesehen, interessiere ich mich mehr für die Marabus, die zu 15-20 Tieren in den Bäumen sitzen. Dann ist es wieder Zeit für Löwen diesmal erwischen wir eine größere Gruppe und wir sehen wie sie untereinander schmusen oder einfach nur gemütlich in der Morgensonne rumliegen. Das erste Mal geraten wir aber auch in eine Situation, die ich an solchen Gamedrives nicht mag. Es stürzen sich einfach sehr viele Autos auf bestimmte Schauplätze und so steht man dann auch schon mal in zweiter Reihe. Naja da muss ich jetzt halt durch und schließlich bleibt es trotzdem ein tolles Erlebnis.

Die nächste Gruppe von Löwinnen, die wir antreffen, war am frühen Morgen anscheinend schon aktiv, denn eine der Löwinnen hatte an ihren Beinen noch einiges an Blut kleben und eine andere Löwin, war noch genüsslich Reste am Verzehren. Was genau ihnen zum Opfer gefallen ist, konnten wir nicht mehr erkennen. Plötzlich steigen am Horizont dann zwei Heißluftballons auf. Eine andere Möglichkeit die Serengeti zu erkunden, wenn auch nicht gerade billig. Dann zeigt sich auf dem Weg auch die erste Hyäne sich richtig nah, die am Wegrand ihren Durst an einer Pfütze stillt. Irgendwie sehen Hyänen mit ihrem Laufstil immer so aus, als hätten sie was verbrochen und sie wüssten auch genau was. 😉

Dem Leoparden ganz nah – Die Big Five sind fast komplett

Wenig später haben wir das Glück zum zweiten Mal auf einen Geparden zu treffen und diesmal auch etwas näher. Nicht wirklich richtig nah aber doch besser erkennbar als am Vortag und sollte das noch nicht genug Glück gewesen sein, stoßen wir auch noch auf einen Leoparden. Ich hatte es ja erhofft, war mir aber nicht sicher, ob wir wirklich einen zu Gesicht bekommen. Leoparden sind nämlich von Natur aus sehr scheue Tiere. Deshalb verwundert es mich auch, dass wir nicht mal 30 Meter entfernt von ihm parken und ihn beobachten können. Später macht er sogar Männchen für uns. Ein tolles Erlebnis. Ich komme den Big Five immer näher. Elefanten, Büffel, Löwen und jetzt auch der Leopard. Fehlte nur noch das Nashorn.

Nach dem Frühstück durfte ich dann ein bisschen mit der Zwille von unserem Guide rumspielen. Warum hatte ich so was eigentlich nicht als Kind? Echt ein tolles Spielzeug. 🙂 Vorbei an Giraffen geht es dann zum nächsten Leoparden. Ich kann es nicht fassen, direkt zwei Leoparden an einem Tag. Diesmal ist er nicht im Feld, sondern liegt im Baum. Für mich das typische Bild, was ich im Kopf habe, wenn ich an Leoparden denke. Zur Abwechslung durften es dann auch mal wieder Löwen sein. Damit nicht genug, auf der anderen Seite gibt es Elefanten zu sehen. Manchmal wusste ich echt nicht, wo ich hinschauen sollte. Es wurde auf jeden Fall nicht langweilig. Nächstes Highlight war eine Löwenmutter mit ihren zwei kleinen Kindern. Zu süß und man hätte sie am liebsten gleich eingepackt und mit nach Hause genommen. Dann heißt es, nach einem Lunch, auf Wiedersehen Serengeti und zurück Richtung Ngorongoro Krater, der am nächsten Tag auf dem Programm stehen sollte.

Rein in den Ngorongoro Krater

See mit wunderbaren PanoramaHier sehen wir anfänglich eine Horde an Gnus, Büffeln und Hyänen, bevor uns Zebras die Weiterfahrt unmöglich machen. Sie kommen gerade die Berge runter und blockieren uns den Weg und irgendwie werden es nicht weniger. Nach einem ausgiebigen nicht geplanten Stopp setzen wir unsere Fahrt für wenige Minuten fort, denn dann ist es soweit, es heißt, Big Five, check. Zugegeben die Nashörner sind, wie die Geparden am ersten Tag, sehr weit weg aber ich denke, man kann hier mal beide Augen zudrücken und es zählen lassen.

Durch die Fahrt durch den Krater wird einen auch klar, dass sich wirklich viele Tiere hier aufhalten, die man vorher vom Aussichtspunkt mit bloßem Auge so nicht erkannt hat. Das eigentliche schöne an dem Krater ist für mich aber die Landschaft. Klar ist sie nicht so grün, wie sie es nach der Regenzeit wäre, dennoch hat sie irgendwas an sich was mich fasziniert. Ist es die unendliche Weite, die Berge ringsherum oder die Wolken, die sich langsam über die genannten Berge versuchen zu schleichen oder einfach die Kombination aus allem? Ich weiß es nicht, aber es ist einfach wunderschön.

Frühstück am Flusspferd-See – einen viel schöneren Platz gibt es wohl nicht dafür

Unser Weg führt jedenfalls weiter an den Flusspferd-See zum Frühstück und es gibt wirklich hässlichere Orte, an dem man frühstücken kann. Links von einem trinken Zebras und Gnus aus dem See, rechts von uns sind Flusspferde und Vögel und ringsherum sind die Berge des Kraters und wir mittendrin. Einfach atemberaubend. Ach ich habe die Vogelsträuße noch gar nicht erwähnt, die wir hier auch in Massen angetroffen haben und ein Exemplar zeigt sich uns auf dem Rückweg sehr nah. Auch sehen wir einige Kronenkraniche, die auch die Staatsflagge von Uganda schmücken. Eine Löwin sucht unter unserem Auto noch Schatten. Da sie doch sehr träge ist, gibt es mir die Möglichkeit mich ein bisschen aus dem Auto zu hängen und ein gutes Foto mit ihr zu machen.

Halt machen wir auch noch an einer weiteren Wasserstelle, die übersät ist mit Flusspferden. Von weiten sieht es wie eine riesige Felslandschaft im Wasser aus. Ich kann gar nicht genau sagen wie viele Flusspferde sich hier auf einem Haufen tummeln aber es sind auf jeden Fall eine Menge. Dann heißt es aber auch schon Goodbye Ngorongoro Krater, der sicher noch mal ein anderes Bild liefert, wenn er im kompletten grünen Kleid erstrahlt, dann wird es aber auch schwerer die Tiere zu entdecken. Es gibt noch eine letzte Lunchbox, bevor der „Heimweg“ angetreten wird.

Drei beeindruckende Tage Safari war meines Erachtens genau die richtige Länge. Vielleicht wären vier Tage auch noch okay gewesen. Danach hätte es mir aber wohl gereicht. Obwohl so eine Löwenattacke oder eine Überquerung von einer Wasserstelle von einer Masse an Tieren, wäre auch sehr reizvoll gewesen. Man kann aber nicht alles auf einmal haben. Es war eine wirklich schöne Zeit, doch jetzt heißt es sich auch auf die Berge vorbereiten, denn am nächsten Tag geht es schon auf den Mt. Meru. Mehr dazu dann im nächsten Bericht.

4 comments on “Die Wildnis ruft – auf zur Safari (27.09.-29.09.2015)

  1. Hallo Ralph,
    nachträglich herzlichen Glückwunsch und wie der Kölsche sagt „Alles Jode zum Jebotsdaach“
    Wie man Deinen Kommentaren entnehmen kann, erlebst Du ja in kurzer Zeit mehr als manch einer in 100 Jahren nicht.
    Wir finden das super und wünschen Dir weiterhin noch viele schöne Erlebnisse und Abenteuer. Habe von Papa gehört, dass Du
    den Kilimandscharo locker geschafft hast. Dazu meinen Glückwunsch und allerhöchste Anerkennung. Also mach es gut. Wir freuen uns auf weitere tolle Reiseberichte. Wenn ich das so lese könnte ich auch schon wieder die Koffer packen. Liebe Grüße Gaby & Günter
    PS: und schön Gesund bleiben.

    1. Hallo Ihr Zwei,

      sorry für die späte Antwort aber man kommt nicht immer dazu und dann gerät es leider auch mal in Vergessenheit. Ich habe mich auf jeden Fall sehr über Eure Glückwünsche gefreut. Mittlerweile habe ich Afrika verlassen und widme mich Südamerika. Da hast Du ja mit Papa dieses Jahr auch Erfahrungen gemacht. Es folgen sicher weitere tolle Erlebnisse und ich hoffe den Blog so aktuell wie möglich zu halten, was mir im Moment ja nicht so gut gelingt. 😉 Will aber natürlich auch die Reise genießen.

      Liebe Grüße aus Panama,
      Ralph

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